Die WZ zum Vorstellabend 2007:
Vorstellabend: Spitzenklasse - Querbeat und Mister Feinripp
Die musikalischen Bewerber für den Karneval werden immer besser. Nur einen einzigen Ausfall gab es zu beklagen.
Die Samba-Truppe Querbeat begeisterte beim Vorstellabend des Carnveals Comitee mit Karnevalsmelodien im Karibik-Sound. Es gab Vorstellabende, die hatten ihre fröhlichen Momente der Schadenfreude zu verdanken. Vorbei sind diese Zeiten, denn seit das Carnevals Comitee gleich drei „Vorvorstellabende“ eingeführt hat, kommen (fast) nur die Besten zum Finale, das inzwischen Närrische Generalprobe heißt.
So erlebten die Zuschauer im Kolping-Haus alles andere als eine Talentshow für Nachwuchskünstler. Kaum zu glauben: Sogar Antonia – die musikalische Gespielin von DJ Ötzi – möchte zukünftig im Düsseldorfer Karneval für Fröhlichkeit sorgen. Und hinter der Stimmungsband Remmi & Demmi stecken zwei Musiker der bekannten Gruppe Orchester ungelenk aus Sachsen.
Der komische Heilige wurde von einem dreifachen Tusch gestoppt
Immerhin: Einen Ausfall gab es. Die Büttenrede des komischen Heiligen wurde von der Saalkapelle mit einem dreifachen Tusch beendet, obwohl der Mann eigentlich noch etwas zu sagen gehabt hätte.
Und Jongleur Philipp Dammer tat sich keinen Gefallen damit, erst einmal die Zuschauer zu beschimpfen. Beispiel: „Ich spiele gern vor einem anspruchsvollen Publikum. Hier vorne sitzen sogar welche mit Hauptschulabschluss“. Aber auch er bekam den Saal schließlich in den Griff. Was eigentlich nicht schwer war, denn die Narren waren bestens gelaunt.
Zwei Programmpunkte waren herausragend: Die Samba-Truppe Querbeat, die mit Bläsern und Trommlern bekannte Karnevalsmelodien wie das Lied von der „Kaffebud“ im Karibik-Sound vertont und „Der Unterhosenverkäufer“ alias Mister Feinripp. Der Comedian überzeugte nicht nur mit seiner witzigen Rede, sondern lieferte dazu mit seinen Parodien von Tom Jones oder Herbert Grönemeyer auch noch die beste Stimme des Abende.
Bekannt kam einigen auch die neue Band Röbedeuker vor. Dahinter verbirgt sich niemand anders als die Show- und Galaband Sound Convoy, die mit irischer Fröhlichkeit auch die Jecken anstecken wollen.
Dass man im Karneval auch ruhig etwas kräftiger in die Gitarrensaiten greifen darf, finden die Jungs von Narrenrock. Und das Publikum fand’s auch. Traditionelle Nummern wie „Die Huusmeister vom Bundestach“ oder „Die letzten Zwei von 1911“ gab es natürlich auch. Manches war allerdings Geschmackssache.
Das galt übrigens auch für Antonia mit ihrem Ballermann-Sound. Währen die einen auf den Stühlen standen, gab die hüpfende Alpen-Nachtigall für andere das Signal zur Heimreise.
Ach ja, ein Himmelsbote war auch noch da: Der burschikose Engel Hettwich. Eine prima Figur, aus der man aber noch mehr machen kann. Und die Krefelder Tanzgarde wollte zu hoch hinaus. Als sie ihr Tanzmariechen auf die Schulter nahm, steckte die junge Dame mit dem Kopf in der Saalbeleuchtung. Alles hat eben seine Grenzen, auch bei der närrischen Generalprobe.
05.11.2007
Von Dieter Sieckmeyer